XENOPHON, lebte von ca. 430-354 v. Chr. Er stammte aus einer vornehmen griechischen Grundbesitzerfamilie in Attika.  Seine Jugendjahre verbrachte er auf dem Gut seines Vaters in Erchia, 15 km nordöstlich von Athen, und  im Stadthaus der Familie in Athen selbst. Er erhielt die bestmögliche Erziehung und Ausbildung der  damaligen Zeit. Für seine geistige Bildung genoss er den Unterricht der bedeutendsten Köpfe, die unsere  europäische Kultur entscheidend prägen sollten: Er „hörte“ den Sophisten Gorgias, schloss sich dem  Schülerkreis des Philosophen Sokrates an und war mit dem annähernd gleichaltrigen Redner Isokrates  befreundet, der aus der gleichen attischen Gemeinde Erchia stammte. Unvorstellbar, welche Größen der  europäischen Geisteswelt diesen Menschen gebildet und geprägt haben.  Wie fast alle jungen Griechen wurde er aber auch auf den verschiedenen Sportstätten Athens intensiv  sportlich-athletisch ausgebildet und trainiert. Traditionsgemäß kam in seiner aristokratischen Familie eine  intensive reiterliche Ausbildung hinzu, die ihn auf seinen späteren Dienst bei der athenischen Kavallerie  vorbereitete.  Begleitet wurde Xenophons Jugend allerdings von den heftigen innen- und außenpolitischen  Auseinandersetzungen, die der dreißig Jahre andauernde Peloponnesische Krieg (433-404) seiner  Vaterstadt brachte. Schon früh wurden Xenophons Studien unterbrochen. Als Achtzehnjähriger musste er  (412) Wachdienst an den Landesgrenzen tun, geriet aber schon im folgenden Jahr in thebanische  Gefangenschaft. Dabei ging es ihm nicht schlecht; er schloss Freundschaft mit einflussreichen  Thebanern. Er konnte sogar seine Studien fortsetzen und den berühmten Sophisten und Redelehrer  Prodikos aus Keos hören. Nach seiner Freilassung nahm er als 21-Jähriger, wahrscheinlich beritten, an  einem athenischen Feldzug nach Kleinasien teil. Auch unter der Terrorherrschaft der Dreißig  Aristokraten-Putschisten tat er als Reiter Kriegsdienst und nahm an deren militärischen Operationen teil.  Nach der gewaltsamen Wiederherstellung der Demokratie in Athen (403 v. Chr.) blieb Xenophon - mit 27  Jahren - nichts übrig, als sich wieder seinen philosophischen Studien im Kreis des Sokrates zuzuwenden;  vom öffentlichen Leben schloss ihn seine politisch-militärische Vergangenheit aus. Nur geistige  Beschäftigung - das war ganz und gar nicht nach seinem Herzen und konnte ihm kaum genügen. Er war  noch jung und überschäumend von Energie und Tatendrang. Er träumte von fernen Ländern und  Abenteuern.   Zwei Jahre später (401 v. Chr.) bot sich ihm eine verlockende Gelegenheit: Ein guter Freund aus Theben  lud ihn ein, am Feldzug des jungen persischen Prinzen Kyros teilzunehmen.Der plante, mit seinen  Truppen und einem griechischen Söldnerheer den persischen Großkönig Artaxerxes, seinen eigenen  Bruder, vom Thron zu stürzen.