Ehrenamtliche Arbeit im Hospiz Schon der griechische Philosoph Aristoteles hat im 4. Jahrhundert vor Christus  nachdrücklich darauf hingewiesen (Eudemische Ethik 1242, 24 ff.), dass der Mensch  ein Lebewesen ist, das auf Gesellschaft angelegt ist und auf Gemeinschaft mit den  Menschen, zu denen es eine natürliche Verwandtschaft besitzt. Oder anders  formuliert: „Der Mensch lebt in Beziehungen ... Der Mensch ist ohne Beziehung zu  anderen Menschen nicht lebensfähig. Er ist an ein Gegenüber gebunden, ohne  Gegenüber ist er nicht denkbar.“ (Angela Babanek, Wenn Sterbende aufhören zu  sprechen, in: Wenn Sterbebegleitung an ihre Grenzen kommt, herausgegeben von  Hubert Böke, Georg Schwikart, Michael Spohr, Gütersloh 2002, S. 96) Alte,  schwerkranke und sterbende Menschen brauchen Solidarität, trauernde übrigens  auch.  Doch in unserer modernen Gesellschaft finden sich nur zu viele, die dazu neigen,  Sterbenden (und Trauernden) all das, worauf sie so elementar angewiesen sind,  vorzuenthalten,  ● "weil sie auf einer Einstellung basieren, die Tod und Sterben tabuisiert und den  Prozess des Sterbens möglichst vor den Augen der Lebenden unsichtbar machen will,  ● weil sie Sterben nicht als zu lebenden Teil des Lebens sehen,  ● weil sie Sterben oft nur als medizinisches Problem sehen, das dann schließlich  doch nicht gelöst werden kann, Sterben als Scheitern und nicht Sterben als Ende,  ● weil sie sich zu wenig an den Bedürfnissen und Wünschen der Sterbenden  orientieren bzw. aufgrund der engen zeitlichen Kapazitäten der hauptamtlichen  Kräfte nicht orientieren können,  ● weil sie sich vor allem nicht auf die Bedürfnisse der Sterbenden nach der eigenen  Privatsphäre einlassen,  ● weil in Krankenhäusern, Heimen und zu Hause gezielte Schmerztherapie immer  noch viel zu oft unterbleibt und damit ein schmerzfreier Prozess des Sterbens  verhindert wird,  ● weil Angehörige, die den Sterbenden den Tod zu Hause ermöglichen wollen, damit  häufig überfordert sind und keine Unterstützung erfahren,  ● weil immer mehr Menschen keine Angehörigen haben und im Prozess des Sterbens  auf die tätige Hilfe Fremder angewiesen sind.”  (Christa Perabo, Hospiz aus Sicht des Hessischen Sozialministeriums, in: Reimer  Gronemeyer, Erich H. Loewy (Hg.), Wohin mit den Sterbenden? Hospize in Europa -  Ansätze zu einem Vergleich, Forum “Hospiz” Bd. 3, Münster 2002, S. 177 )