Dressurausbildung von Reitpferden
Als neunjähriger nach Ostpreußen „evakuierter“ Bombenflüchtling kam
ich intensiv mit Pferden in Berührung und ließ mich vom „Pferde-Virus“
gründlich infizieren. Jahre später lernte ich im Gymnasialunterricht
Altgriechisch. Als sechzehnjährigen reit- und pferdebegeisterten Schüler
zog mich Xenophons „Reitkunst“ in ihren Bann. Zusammen mit einem
Klassenkameraden (dem später bedeutenden Hippologen Jasper Nissen)
unternahm ich den Versuch, den griechischen Text zu verstehen. Dieses
Unternehmen scheiterte kläglich. Doch Xenophon und die Pferde ließen
mich nicht los und waren mitbestimmend für meine Entscheidung,
Klassische Philologie zu studieren. Während meines gesamten Studiums
beschäftigte ich mich mit der „Reitkunst“. Einen ersten Abschluss bildeten
meine Dissertation und die anschließenden Veröffentlichungen meiner
Untersuchungen.
Im Beruf wandte ich mich anderen Texten und anderen Aufgaben zu. Doch
für mich als Privatmann blieb die „Reitkunst“ dominant und bestimmte
mein weiteres Leben und das meiner Familie: Nach Xenophons Prinzipien
der Pferdehaltung und -ausbildung lernten und lernen wir alle, ich selbst,
Ehefrau, Kinder und Enkel, den Umgang mit Pferden. Was mir am
Schreibtisch zu Xenophon einfiel, konnte ich in der Reitbahn und im
Gelände erproben, was mir im Umgang mit den Pferden auffiel, konnte ich
mit Xenophon „diskutieren“. Gemeinsam bilden wir noch heute
Dressurpferde aus - von den allerersten Anfängen bis zur Klasse S - „von
der Koppel bis zur“ Passage. Fast täglich stehe ich auf der Reitanlage
meiner Tochter Kirsten Geilhof in der Halle oder auf den Außenplätzen ,
gelegentlich in der Anlage meines ältesten Sohnes Wolf und seiner Frau
Corinna in Naundorf bei Halle. Dabei achte ich darauf, dass die
Dressurausbildung der Pferde auch wirklich nach Xenophons
Ausbildungsgrundsätzen verläuftt. Noch heute begleite ich meine Tochter
und meine Enkelin zu ihren Dressurprüfungen.
Es erscheint mir sinnvoll und notwendig, die Arbeit von "Xenophon -
Gesellschaft für den Erhalt der klassischen Reitkultur e.V." nach Kräften
zu unterstützen. So habe ich mich dieser Gesellschaft als Mitglied
angeschlossen und mein Xenophon-Buch so umgearbeitet, dass diese
bedeutende Quelle - wissenschaftlich erschlossen -auch dem nicht
griechisch-kundigen Leser zugänglich gemacht wird.
Etwa 25 Jahre war ich im Vorstand des heimischen „Reit- und Fahrvereins
Ebsdorfer Grund“ tätig, davon 8 Jahre als 1. Vorsitzender.
Tochter Kirsten Geilhof
und Enkelin Anne Geilhof,
beide auf Arrian (Foto Ricarda Bausch)